Girls kehrt mit fünf Folgen zurück, Netflix streicht 1.000 Stellen

19. Oktober 2026 · von Serienheld

HBO hat am 13. Oktober fünf neue Folgen von Girls bestellt, zehn Jahre nach dem Finale der sechsten Staffel; gedreht wird erst 2027, Adam Driver ist nicht dabei. Zwei Tage später trennte sich Netflix von Content-Chefin Bela Bajaria und strich rund 1.000 Stellen, etwa sechs Prozent der Belegschaft — Nachfolger ist der frühere Disney-Manager Peter Rice. Im Verzeichnis stehen bis Monatsende noch sechs Staffelstarts, der erste am 21. Oktober.

Girls: fünf Folgen statt zehn, Dreh erst 2027

Lena Dunham kündigte die Rückkehr am 13. Oktober in einem Video an, in dem die fünf Hauptdarsteller in ihren Rollen miteinander telefonieren. Bestellt sind fünf Folgen. Die Originalstaffeln hatten zehn, die dritte zwölf. Damit liegt die siebte Staffel vom Umfang her näher an einer Limited Series als an einem regulären Staffelbogen.

Zurück sind Lena Dunham als Hannah Horvath, Allison Williams als Marnie, Jemima Kirke als Jessa, Zosia Mamet als Shoshanna und Andrew Rannells als Elijah. Vier von ihnen stehen zusätzlich als Co-Executive-Producer in den Credits. Nicht dabei ist Adam Driver, der Adam Sackler sechs Staffeln lang gespielt hat. Auch Jenni Konner, die die Serie bis 2017 als Showrunnerin gemeinsam mit Dunham verantwortete, kehrt nicht zurück.

Die Dreharbeiten sollen 2027 beginnen, ein Starttermin steht nicht fest. Girls lief von 2012 bis 2017 bei HBO und endete mit der Folge „Latching“. Im Verzeichnis steht die Serie weiterhin mit sechs abgeschlossenen Staffeln: Eine Verlängerung ohne Folgentermine ändert am erfassten Bestand nichts. Was ein Serienstatus aussagt und was nicht, steht im Ratgeber zum Serienstatus.

Bemerkenswert ist weniger die Rückkehr selbst als ihr Format. Fünf Folgen sind keine Staffel im alten Sinn, sondern ein abgeschlossener Block — dieselbe Bauform, die HBO zuletzt bei mehreren Comedy-Stoffen gewählt hat. Von einem Reboot ist die Bestellung weit entfernt: Es sind dieselben Figuren, dieselben Darsteller, dieselbe Autorin.

Netflix streicht 1.000 Stellen und tauscht die Content-Chefin aus

Am 15. Oktober wurde bekannt, dass Bela Bajaria Netflix nach zehn Jahren verlässt. Sie war 2016 von NBCUniversal gekommen, übernahm 2020 das weltweite Seriengeschäft und wurde 2023 Chief Content Officer, als Cindy Holland das Unternehmen verließ. Nachfolger wird Peter Rice: zunächst Fox Searchlight, später Präsident von 21st Century Fox und CEO der Fox Networks Group, nach der Disney-Übernahme Chairman von Walt Disney Television — bis ihn Bob Chapek 2022 entließ.

Parallel streicht Netflix rund 1.000 Stellen, etwa sechs Prozent der Belegschaft. Als Hintergrund werden eine rund 40 Prozent unter dem Vorjahr liegende Aktie und ein Nutzungszuwachs von nur zwei Prozent im ersten Halbjahr 2026 genannt.

Für einzelne Serien folgt daraus zunächst nichts. Verändert wird die Ebene, auf der Greenlights, Verlängerungen und Absetzungen entschieden werden, und damit die Instanz, die das Verhältnis von Originalproduktionen zu Lizenztiteln festlegt. Der Kontrast innerhalb von 48 Stunden ist deutlich: Ein Pay-TV-Sender legt Geld in eine zehn Jahre stillstehende Marke, der größte Anbieter baut seine Entscheidungsebene um. In der Bilanz der ersten Oktoberhälfte standen neun Verlängerungen und keine einzige Absetzung — die Bewegung findet derzeit nicht bei den Titeln statt, sondern in den Organigrammen.

Sechs Staffelstarts bis Monatsende

Aus den erfassten Folgenterminen ergeben sich für den Rest des Oktobers diese Starts:

Damit kommt der Oktober 2026 auf 41 erfasste Staffelstarts. Zum Vergleich: Im Oktober 2025 waren es 42, im Oktober 2024 ebenfalls 41. Die Ballung ist kein Ausreißer, sondern der übliche Rhythmus der US-Herbstsaison, über den wir an anderer Stelle ausführlicher geschrieben haben. Die laufend fortgeschriebene Liste steht unter Neu und kommend.

Was davon auf Deutsch läuft

Für Girls ist die deutsche Lage heute eine andere als 2017. HBO Max ist seit dem 13. Januar 2026 in Deutschland, Österreich und der Schweiz verfügbar; zuvor liefen HBO-Serien hier über Sky und WOW. Seit dem Start liegen dort unter anderem Game of Thrones, Friends, The Big Bang Theory und The Vampire Diaries. Neue Folgen von Girls kämen damit voraussichtlich ohne den Umweg über einen Lizenznehmer hierher — welche Titel dort sonst noch im Comedy-Bereich stehen, zeigt die Kreuzung HBO Max und Comedy.

Bei den Oktoberstarts ist die Lage eindeutiger. Nobody Wants This und Lupin erscheinen bei Netflix weltweit zeitgleich, The Terminal List bei Prime Video ebenso. Where’s Wanda? ist eine deutschsprachige Apple-Produktion und startet damit ohne Synchronfassungsvorlauf. Bei Dexter: Resurrection und Nocturne hängt der deutsche Termin am jeweiligen Anbieter; wie solche Verschiebungen zustande kommen, erklärt der Ratgeber zur Streaming-Verfügbarkeit. Welche Anbieter in Deutschland überhaupt eine Rolle spielen, zeigt die Anbieterübersicht mit 57 erfassten Sendern und Diensten.

November fällt deutlich flacher aus

Der Kalender weist für November 2026 neun Staffelstarts aus und für Dezember fünf — gegen 41 im Oktober. Der Monat beginnt am 1. November mit The Gilded Age, Staffel 4, bei HBO. Es folgen St. Denis Medical, Staffel 3, am 2. November, Stick, Staffel 2, am 4. November und Black Doves, Staffel 2, am 5. November bei Netflix.

Die zweite Monatshälfte ist dichter besetzt: Die Ringe der Macht kehren am 11. November mit Staffel 3 zurück, Vienna Game startet am 18. November bei Disney+, am 20. November laufen Yellowjackets mit Staffel 4 und Percy Jackson and the Olympians mit Staffel 3 an. Den Abschluss macht am 25. November Blade Runner 2099 mit seiner ersten Staffel. Dass im November weniger startet, heißt nicht, dass weniger läuft: Die Oktoberstaffeln sind dann mitten im Lauf.

Einordnung

Zwei Meldungen, zwei gegenläufige Bewegungen. HBO holt eine abgeschlossene Serie zurück und beschneidet sie zugleich auf die Hälfte des gewohnten Umfangs — ein Signal, dass auch bekannte Marken keine vollen Staffeln mehr selbstverständlich bekommen. Netflix verkleinert die Belegschaft und setzt einen Manager an die Spitze des Contents, der sein Handwerk im klassischen Fernsehen gelernt hat. Beides deutet in dieselbe Richtung: weniger Volumen, engere Entscheidungen.

Wer das an konkreten Titeln nachvollziehen will, findet im Verzeichnis 1.000 Serien mit 5.200 Staffeln und 83.390 erfassten Folgen, dazu 2.271 Schauspielerprofile. Die Serienübersicht, der Finder und die Schauspielerübersicht sind die drei Einstiege dafür.

Zur Methodik: Alle Termine in diesem Beitrag stammen aus den erfassten Folgendaten des Verzeichnisses. Angaben zu künftigen Starts beruhen auf Produktionsdaten und können sich verschieben. Unbestätigte Ankündigungen ohne Datum nehmen wir grundsätzlich nicht auf — die Girls-Bestellung erscheint deshalb bis auf Weiteres nicht in den Terminlisten. Woher die Daten kommen, steht unter Quellen und Methodik.

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